Das Thema Aggressivität/Aggression berührt nicht nur, sondern handelt von DER Grundenergie, die unser Leben antreibt. Es ist von so elementarer Bedeutung, dass es eine sehr genaue Betrachtung wert ist.

Das Thema Aggressivität und Aggressionen hat eine enorme Tragweite. Sie reicht von Karies über Allergien bis zu den lebensbedrohlichen autoaggressiven Erkrankungen wie Krebs oder MS.
Aggressivität ist Lebensenergie, ist Sexualenergie, die bisher beinahe durchweg missverstandene Grundkraft alles Lebendigen. Aggressivität ist die ausdehnende Kraft, die Deine psychische Ausdehnung erzeugt und damit Deine Grenzen. Grenzen, die Du wahren musst, um gesund zu bleiben. Ohne Ausdehnung bist Du ein Nichts, eine Null, ein Niemand. Genauso wärest Du ohne Körper nicht auf dieser Erde.
Wenn die Aggressivität als elementare Grundkraft verboten oder abgelehnt wird, hat das fatale Folgen nicht nur auf die Gesundheit. Unterdrückte Aggressivität verwandelt sich in Aggression. Jede menschliche Perversion hat hier ihren Ursprung.
Es lohnt sich also in vielfältiger Hinsicht, sich dem Thema mit größter Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Lerne zunächst zwischen Aggression und Aggressivität zu unterscheiden. Die Begriffe müssen geklärt sein. Aggression ist in meinem Sprachgebrauch eine Entartungserscheinung des naturentfremdeten Menschen. Sie ist fehlgeleitete natürliche Aggressivität oder besser der unkontrollierte, zerstörerische Ausbruch einer unterdrückten natürlichen Aggressivität, die wie ein alles zerstörendes Pulverfass explodiert. Mit Aggression ist immer dann zu rechnen, wenn das natürlich aggressive Verhalten frustriert und/oder verboten wurde.

Aggressivität ist die Kraft des Überlebens und sich Fortpflanzens. Sie ist ein universell wirkendes Prinzip. Sie gilt für Tier und Mensch. Sie gilt für alles, was lebt. Aggressivität dehnt sich aus, erzeugt natürliche Grenzen, die sie dann verteidigt. Wenn sich die Grenzen Deines Wesens nicht ausdehnen, und Du sie nicht verteidigst, wirst Du für Dich selbst und andere zur „grauen Maus“, zum „Nichts“, zum „Ja-Sager“. Die natürliche Aggressivität kann nur mit massiven Konsequenzen für die körperliche und geistige Gesundheit unterdrückt werden.

Unterdrückte Aggressivität fördert Aggression.

Sollte Verschlagenheit, Blutrünstigkeit und blinde Zerstörungswut etwas mit dem humanitär-ethischen Verbot der Aggressivität zu tun haben? So ist es und ich werde diesen Zusammenhang erläutern. Als weiterführende Literatur empfehle ich Dir das Büchlein „Von der Brutalität der Liebe“.

Quält und foltert ein Tier andere Lebewesen, um nach eigener Überzeugung zweckdienliche Informationen zu erhalten? Wohl kaum. Tötet ein anderes Tier vorsorglich, um einer eventuellen Bedrohung seiner Überlebensgrundlage vorzubeugen? Nein, auch das nicht. Es greift an und tötet, wenn seine Fluchtdistanz unterschritten oder das Revier, das dem Überleben dient, streitig gemacht wird. Die blutig-grausame Bilanz der Menschheit nach einigen Jahrhunderten Humanismus, Moral, Ethik und Religionen ist erschütternd trostlos. Sie ist bedrückend und lässt den Menschen eher als perverse Bestie erscheinen.
Der psychologische Hintergrund dieser trostlosen Ver- statt Entwicklung liegt in der Aberziehung der natürlichen Aggressivität. Um das Thema in aller Tiefe zu durchdringen, ist zunächst die Identität der aggressiven Kraft zu klären. Was ist sie, was kann sie, was soll sie bewirken?

Aggressivität ist Lebensenergie und identisch mit Sexualenergie.

Aggressivität ist ein anderes Wort für dynamische, zielgerichtete Lebensenergie. Sie ist die männliche, sympatikothone [1] Kraft. Sie dient allein dem Überleben und der Fortpflanzung und all den Handlungen, die dafür erforderlich sind. Sie ist identisch mit dem Begriff Sexualenergie, die dem Sexualchakra zugeordnet ist. Wenn sie als Kundalini-Kraft aufsteigt, kann sie von Chakra zu Chakra verfeinert, transformiert werden. So wird es bis heute überliefert und ist tatsächlich genau so körperlich erfahrbar. Alles will überleben: Tiere und Menschen wollen ihre Lebensgrundlage sichern. Diese nennt man beim Tier Revier.

Was passiert, wenn man die natürliche Aggressivität, die schließlich zur Verteidigung der Überlebensgrundlage erforderlich ist, aberzieht? Zu vernichten ist sie nicht, denn als dynamische Kraft ist sie untrennbar mit Leben und Überleben verbunden. Zudem ist Energie nur wandelbar und nicht zerstörbar. Physik und Chemie gelten auch für die Psyche, Gedanken und Gefühle (siehe Simplonik-Anwendungshandbuch für weitere Ausführungen). Sie kann daher nur von der Handlungsoberfläche verschwinden und unterbewusst werden. Der Mensch wird dabei zur „Mogelpackung“.

Ab diesem Moment sitzt man auf einem Pulverfass. In Situationen, in denen man sein Revier verteidigen müsste, traut man sich nicht mehr. Es mögen nur viele kleine Revierverletzungen sein. Doch jede Verletzung steigert die zuletzt chronische Spannung, wenn kein beständiges Gefühl erneuter Sicherheit einkehrt. Dieses Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit tritt beim domestizierten Menschen praktisch nie ein.
Im domestizierten Menschen herrscht der Kopf. Ihm fehlt die Fähigkeit, Wirklichkeit zu spüren (Körper) und zu fühlen (Gemüt). Somit kann er sich nie sicher fühlen oder sich vertrauensvoll fallen lassen. Der Teufelskreis ist geschlossen. Bestimmt der Kopf das tägliche Leben, schwinden innere Sicherheit und Vertrauen.

Aggressivität, die nicht gelebt wird, richtet sich gegen den Menschen. Das zeigen die Krankheitsartenstatistiken.

Der Beweis für den hier beschriebenen Sachverhalt kann auch im Umkehrschluss geführt werden. Mit der Befreiung der natürlichen Aggressivität verschwindet eine Vielzahl körperlicher Beschwerden. Zu diesen körperlichen Auswirkungen gehören kariöse, ausfallende Zähne, weiche Nägel, Krebserkrankungen und die ganze Bandbreite der sogenannten Autoaggressionserkrankungen, Nervenleiden etc. Welche Krankheit welchen Menschen niederstreckt, ist eine Frage der Wechselwirkung von Lebensweg und Charakterstruktur/negativen Grundannahmen (siehe IST-Klärung).

Du willst leben? Du hast Wünsche, Träume und Sehnsüchte? Dir fehlt aber seltsamerweise der Antrieb, Dich in Bewegung zu setzen? Schritt für Schritt das zu tun, was erforderlich ist, um am Ziel Deiner Träume anzukommen?
Spätestens jetzt wird es Zeit, über die Bedeutung von Aggressivität und Aggression in Deinem Leben Klarheit zu finden.

Gehe das Thema behutsam an. Wir leben in einer zwanghaften, ängstlichen, „politisch-korrekten“ Zeit. Das weltfremde Ideal des Gutmenschen ist zum Ideal hochgelobt und in den Köpfen verankert. Wenn Du beginnst, echt, ehrlich und natürlich aggressiv zu sein, beginne es behutsam. Dein Lohn wird pures Leben sein.

So monumental das Thema ist, so klein sind die Anfänge. Es geht nicht darum, die Keule zu zücken, den Konkurrenten am Arbeitsplatz niederzustrecken und mit einem Tarzanschrei den Rest des Büros zu Tode zu erschrecken.
Übe Dich beispielsweise in der klaren Aussage zu Deinen Gefühlen, Deiner Meinung, Deinen Wünschen und zwar SOFORT, wenn Du sie bemerkst. So übst Du Dich darin, Dich auszudehnen, Deinen Raum einzunehmen und dessen Grenzen zu verteidigen.

Wer sein Revier rechtzeitig nachdrücklich verteidigt, muss nicht schlagen, treten, beißen, quälen. Abgrenzen mit lebenskraftgeladenen Worten genügt oft schon „ bis hierhin und nicht weiter“, „noch mehr Aufgaben kann ich nicht auf mich nehmen“, „nein, jetzt mag ich nicht mit Dir schlafen, ich liebe Dich, aber ich bin müde“, „ich fühle mich bedroht, verletzt“.

Übe Dich immer und sofort in der klaren Mitteilung Deiner Grenzen.

Übe Dich in der klaren Aussage und zwar SOFORT. Du wirst bald feststellen, dass Du gemeinschaftsfähiger, glücklicher und entspannter sein wirst. Folgen mehr Menschen dieser Echtheit, wird Gemeinschaft zu einem wahren Erlebnis.

Du brauchst Unterstützung?
Studiere gründlich das „Simplonik-Anwendungshandbuch“, verzehre die „SEIN Mineralien“. Nach wenigen Wochen wirst Du die ersten Erfolge haben. Ein weiteres Instrument ist der „Simplonik-Fernkurs“, zur alltäglichen und selbstständigen Übung im eigenen Lebensumfeld. Mittels eines Webinars wird 12 Monate Grundlagenwissen Simplonik gemeinsam durchdacht und praktisch angewandt.
Fortan geht es daher nur noch um das Üben. Die Kunst ist es, das tägliche Leben nach und nach als ein spannendes Übungsfeld zu erkennen. Dabei ist die Basis jedes Erfolges die Schulung und Schärfung der uns zur Verfügung stehenden Sinne.

Fußnote:
1 Sympathikus, der Überlebensnerv stellt Muskelkraft und Energie bereit, um mit Flucht oder Kampf das Überleben zu sichern. (zurück)


Dr. Ulrich Mohr
Dr. Ulrich Mohr, Arzt, Therapeut, Begründer der Simplonik, Autor, Seminarleiter, Experte der Lebensenergie-Konferenz: zum Expertenprofil