Der eine oder andere wird sicher schon mal von Poetry-Slam gehört haben, eine Art Dichter-Wettstreit, eine Kunstform die erst vor ein paar Jahren entstanden ist – ich vermute im Dunstkreis von Hip-Hop-Battles. Jedenfalls eher eine jüngere, frischere Poeten-Generation, die, ebenso wie die Hiphopper, Sprache rotzfrech und zugleich tiefsinnig, respektlos und gleichzeitig respekteinflößend, äußerst kreativ, modern und teilweise atemberaubend wortakrobatisch jongliert. Es gibt längst bundesweite Meisterschaften, die in großen ausverkauften Hallen stattfinden. Ich habe seinerzeit hier in Berlin die Anfänge mitbekommen, als das Ganze noch sehr spontan, improvisiert und underground-mäßig zelebriert wurde. Da gibt es wirklich großartige Leute und es ist eine Freude für Freunde der Sprache wie mich, sich das anzuhören. Wer noch nicht davon mitbekommen hat, dem kann ich nur empfehlen, sich entsprechend mal auf Youtube umzuschauen oder gar nach Live-Events in der eigenen Umgebung zu forschen.
Ich verfolge das Ganze nicht kontinuierlich und habe definitiv keinen Überblick über diese inzwischen sehr große Bewegung. So weit ich es weiß, ist Julia Engelmann in der Szene einer der bekannteren „Stars“ – sie tritt inzwischen in großen Hallen auf, zurecht wie ich finde. Der Text dieses Videos ist jedenfalls ein amüsanter „Arschtritt“ und Aufruf, das Leben des eigenen Lebens nicht länger aufzuschieben.